Burgund Reise

13. – 15. Mai 2019

Montag, 13. Mai – Anreise nach Chailly-sur-Armancon

Sehr zeitig fahren wir los, schon um 6:00 Uhr. Die Müdigkeit ist schnell verflogen, als wir zusammenkommen. Rudi, unser Busfahrer, erwartet uns, wir finden einen frisch gebrühten Kaffee nebst frischen, belegten Brötchen vor. So fängt der Tag gut an. Das Wetter meint es ebenfalls sehr gut mit uns, so dass eine fröhliche, erwartungsvolle Stimmung aufkommt.

In Metz fahren wir entlang der Gärten und Alleen an den Flüssen Mosel und Seille. Am Place de la Comédie, direkt an der Mosel, machen wir einen etwas längeren Halt. Wir laufen über ein Brückchen hinüber in die Altstadt mit der gotischen Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert. Ein großartiges Bauwerk, es ist auch bekannt für die vielen, großenteils von angesehenen Künstlern (u.a. Marc Chagall) geschaffenen, Buntglasfenster. Daher rührt ihre Bezeichnung als „La Lanterne du Bon Dieu“ (Die Laterne des lieben Gottes). Nach dem Besuch stärken wir uns noch etwas; wir treffen Frau Anne-Catherine Houfel – unsere Reiseleiterin – die uns die gesamte Zeit begleiten wird. Es ist mittlerweile unsere dritte Reise in Frankreich mit ihr.

Wir fahren bis Chailly-sur-Armancon zum Hotel Château Chailly. Hier werden wir herzlich begrüßt, wir machen uns einen ersten Eindruck vom Schloss. Das Hotel Golf Château de Chailly ist eine denkmalgeschützte ehemalige Burganlage aus dem 16. Jahrhundert. Das Schloss wurde zu einem 4-Sterne-Hotel mit einem 18-Loch-Golfplatz umgebaut. Es gibt ein beheiztes Freibad ebenso wie den Wellnessbereich mit Whirlpool, Dampfbad, Sauna und Fitnessstudio. Wir packen aus, teils erkunden wir das Dorf, bemerkenswert hier der Friedhof mit seinen Grabsteinen und das kleine Kirchlein. Wir treffen uns noch schnell zu einem Cocktail in der Bar, dann ruft bereits das Abendessen im Gourmet Restaurant des Schlosses.

Dienstag, 14. Mai – Dijon & Canal de Bourgogne

Dijon ist die Hauptstadt von Burgund und ist bekannt für Senf, Weinguttouren, gute Gastronomie und die vielfältigen Baustile, die von der Gotik bis zum Art Déco reichen. Von ersterem hört man hier nicht viel, es gibt nur noch ein paar Läden, die Senf verschiedener Hersteller anbieten.

Wir starten unseren Stadtrundgang mit unserem lokalen Führer im Park Jardin Darcy, der 1840 als Trinkwasserspeicher errichtet wurde. Das Becken hatte einen Durchmesser von 28m und konnte die Stadt und ihre Einwohner mit Trinkwasser versorgen. Anschließend suchen wir die Markthalle auf, eine kulinarische Augenweide, wir kommen um eine Verkostung an verschiedenen Ständen nicht herum – wunderbar!

Wir laufen auf die Kirche Notre-Dame zu, der unauffällige rechte Turm des Westbaus trägt die Uhr mit dem Jacquemart (Glockenschläger), dessen Frau gegenüber und ihnen zu Füßen den beiden Kindern. An der Nordfassade von Notre-Dame finden wir die Skulptur der kleinen Eule vor. Sie verheißt, Glück zu bringen, wenn man mit der linken Hand darüberstreicht und sich dabei etwas wünscht.

Weiter bewegen wir uns in Richtung des renommierten Musée des Beaux-Arts, welches im weitläufigen Palast der Herzöge untergebracht und über eine umfassende Sammlung an Gemälden, Skulpturen, Kunsthandwerk und Antiquitäten verfügt. Der Gebäudekomplex liegt gegenüber dem Place de la Libération, einem der schönsten Plätze Frankreichs und zugleich Wahrzeichen der Stadt. Hier gibt es sehr viele kleine Restaurants und Bistros; in einem stärken wir uns für den Nachmittag.

Die aus Burgund-Kalkstein gebauten Patrizierhäuser mit ihren reich geschmückten Fassaden, mächtigen Toren, prachtvollen Innenhöfen und glasierten Dachziegeln geben der Stadt ihr außergewöhnliches Bild. Gerade die bunten Dachziegel verweisen auf die Zugehörigkeit zum Habsburgerreich. Übrigens: Der gleiche Kalkstein ist auch Grundlage für die typisch-burgundischen Weine der höchsten Qualität.

Am Nachmittag erwartet uns eine interessante Fahrt auf dem Kanal von Burgund. Mit seiner Länge von 243 Kilometern verbindet er die Yonne (80m über NN) mit der Saône (180m über NN) und damit über weitere, anschließende Flüsse und Kanäle den Atlantik mit dem Mittelmeer. Allerdings überquert dieser Kanal eine Wasserscheide auf 376m über NN bei Pouilly-en-Auxois. Insgesamt weist dieser Kanal 190 Schleusen auf, die alle von Hand bedient werden. Von 1773 Ludwig XV. in Auftrag gegeben, konnte er 1808 eingeweiht werden.

In Pouilly-en-Auxois schiffen wir uns ein, fahren an einem alten Schleppschiff vorbei und queren gleich einen 3.333m langen Kanaltunnel. Danach durchfahren wir noch eine Schleuse, etwas später wenden wir und es geht wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wir besichtigen noch das alte Schleppschiff mit Kettenantrieb (zunächst mit Holzkohle, später mit Strom betrieben) und einen Eisbrecher (dessen Besatzung bestand aus zehn Mann, die durch Verlagerung ihres Gewichts für den Eisbruch sorgten). Was für eine einzigartige Ingenieur- und Arbeitsleistung!

Wir fahren den kurzen Weg zurück zum Schloss und genießen wieder unser Abendessen im Gourmet Restaurant.

Mittwoch, 15. Mai – Unbekanntes Burgund

Vormittags Fahrt nach Chateauneuf, eines der schönsten, kleinen Dörfer der Region. Es liegt auf einen 475m hohem Felsen, direkt am Kanal von Burgund.  Zielstrebig steuern wir auf das Schloss zu. Dieses wurde im 12. Jahrhundert errichtet und danach mehrfach umgebaut und erweitert.

Wir sehen den Wachensaal, auch Großer Saal genannt, mit großem Kamin aus dem 15. Jahrhundert. Im Obergeschoss befinden sich die Wohnräume, deren Mobiliar aus der Zeit der Gotik, Renaissance und des 18. Jahrhunderts stammt. Dahinter finden wir die gotische Kapelle. Ihre Wände sind mit Tempera in den Farben der Familie Pot ausgemalt: Schwarz und Rot. Sie beherbergt seit den 1990er Jahren eine Gips-Nachbildung des Grabmals Philippe Pots, dessen Original im Louvre gezeigt wird. Anschließend versammeln wir uns noch einmal im Burghof. Wir verlassen die Burg und starten einen Bummel durch die mittelalterlichen Gassen. Von einem Aussichtspunkt hat man einen überwältigenden Blick über die weite Landschaft.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Schloss von Commarin, das seit 27 Generationen, angefangen im Jahr 1404, im Besitz derselben Familie ist. Wir lassen uns von dem herrlichen Mobiliar aus mehreren Jahrhunderten und vor allen Dingen von den fantastischen Wandteppichen faszinieren.

Nicht weit entfernt liegt das kleine Dorf Flavigny. Hierher kommen Frankreichs älteste Bonbons. Die „Anis de Flavigny“ waren bereits begehrt zu Zeiten des Sonnenkönigs, sie waren auch die ersten Waren, die am Automaten in den Metro-Stationen erhältlich waren. Die Benediktiner-Mönche fertigten sie bereits im 8. Jahrhundert per Hand. Die Fertigung hat sich seitdem nur wenig weiterentwickelt, sie brauchen 15-tägiges, langes Rollen in einer Trommel, um langsam zu wachsen. Und am Wochenende werden die Trommeln abgestellt – nichts soll das Wochenende stören. Flavigny diente im Jahr 2000 auch als Filmkulisse für „Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“ mit Juliette Binoche und Johnny Depp in den Hauptrollen. Spät kehren wir heim und müssen uns schon für das Abendessen sputen.

Donnerstag, 16. Mai – Genuss in Beaune, auf der Weinstraße Kontemplation in Citeaux

Der Tag fängt gut an – unser Veranstaltungswart feiert Geburtstag! Wir lassen sie hochleben, was noch den ganzen Tag andauern wird. Unterwegs wird immer wieder angestoßen, wir machen an diesem Tag durch ein … zwei Pausen mehr als üblich.

Am Vormittag besichtigen wir das berühmte Hotel Dieu im Hospiz von Beaune – hier brauchen wir mehr Zeit, um all die bewegenden Details des Hauses in uns aufzunehmen. Beim anschließenden, ausgedehnten Bummel durch das historische Zentrum beschließen wir spontan, die geplante Verkostung von sieben Köstlichkeiten aus dem Burgund, inkl. eines Glas Chardonnay-Weins, sausen zu lassen – sehr zum Ärger unserer örtlichen Reiseleiterin, die diese Undiszipliniertheit nicht durchlassen gehen will. Fast scheint es, die unterfränkische „Unterstufenlehrerin“ bekommt Schnappatmung.

Wir verabschieden uns und fahren in den renommierten Weinort Chassagne-Montrachet, einem der schönsten der Burgundischen Weinstraße. Beim Winzer des Bernard Rion haben wir eine „Machon Bourgignon“, einen kleinen Winzerimbiss mit Spezialitäten aus der Region und einer Weinverkostung. Die „Chefin“ des Familienunternehmens ist bereits 3-fache Großmutter, sie heißt uns herzlich Willkommen. Wir steigen hinab in den Keller und lernen, im Burgund, genauer an der Côte d’Or, gibt es verschiedene Einstufungen der Qualität bzw. der Weinlagen, es gibt da den Cru, den Premier Cru als die zweithöchste Einstufung. Über den Premier-Cru-Lagen rangieren in Burgund die Grand-Cru-Lagen. Somit sind die „ersten Gewächse“ in Burgund eigentlich die zweiten! So gestärkt machen wir uns auf den zum gleich um die Ecke liegenden Museum in Clos du Vougeot. Inmitten der Weinberge befindet sich das Château du Clos de Vougeot, ein im 12. Jh. von den Zisterziensermönchen erbautes Schloss. Seit 1944 ist es Sitz der berühmten Weinbruderschaft Confrèrie des Chevaliers du Tastevin. Besonders angetan hat es uns die Weinküferei mit den großartigen Weinpressen.

Am späten Nachmittag unternehmen wir noch einen Abstecher zum Kloster von Citeaux, dem Mutterhaus des Zisterzienserordens. Wir entdecken bei einer sehr ausgiebigen Führung die Gelassenheit des mönchischen Lebens, denn das Kloster ist auch heute noch ein Ort des Gebetes und der Besinnung. Als Souvenir bietet sich der Klosterkäse an, der noch von den Mönchen selbst hergestellt und nur hier verkauft wird. Dieser Rundgang verlangte uns nochmal ein ordentliches Stück Kondition ab, die wir anschließend mit einer leiblichen Stärkung wiederherstellen können. Die Fahrt zurück zeigt uns nochmal die herrliche Landschaft des Burgunds in all ihren Facetten.

Das Abendessen findet wieder im Gourmet Restaurant des Schlosses statt.

Freitag, 17. Mai – Heimreise

Nach dem Frühstück geht’s nun zurück. Wir fahren wieder über Metz, setzen da unsere wunderbare Anne-Catherine ab, die uns die fünf Tage so einzigartig begleitet hat. Von ihr erfahren wir so viel mehr als nur die Daten der Geschichte und der Chateaus, wir vernehmen auch sehr viel über französische Persönlichkeiten der Geschichte und des Jetzt in herrlichen Anekdoten. Diese Geschichten sind der Kitt, der alles zusammenhält – und sie kann sie so wunderbar erzählen.

Auf der Rückfahrt stoppen wir noch zweimal, es gab noch einige Restbestände an Köstlichkeiten aufzubrauchen. Eine erlebnisreiche Fahrt endet wieder an der Societät. Die gewonnen Eindrücke werden wir nicht vergessen.

(Text Dr. Ralf Tempel und Fotos: Dr. Michael Greeske & Dr. Ralf Tempel)

Duisburger Sagen – Hexen, Dämonen und Werwölfe

Vortrag von Herrn Harald Küst

In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 30. April 2019

Die Walpurgisnacht ruft und wir kommen! Was sich auf den ersten Blick als seltsame Begebenheit – gerade in Duisburg – anhört, hat aber eine dann doch tiefere Bedeutung. Jedenfalls sind wir bestens vorbereitet: Der Saal ist dem Maiauftakt entsprechend hergerichtet, wir haben einen mit Bändern geschmückten Maibaum. Darüber hinaus frischen Flieder auf den Tischen und eine Puppen-Hexe mit dazugehörigen rot-blinkenden Augen und Geschrei zieht ihre Bahnen auf dem Besen ums Klavier.

Der Empfang verzichtet auf den sonst üblichen Sekt, es wird Mai-Bowle gereicht. Der Tag ist schön, wir gehen auf unsere Terrasse und beobachten die Elefanten. Dann werden wir nach innen gerufen, der Vorsitzende eröffnet den Abend. Zur heutigen Walpurgisnacht müssen wir nicht extra zum Blocksberg (Brocken) mit seinem Hexentanzplatz reisen.  Wir haben hier selber eine entsprechende Vergangenheit aufzuweisen. Diese wird uns Herr Harald Küst, der Lokalpatriot ist und Stadtgeschichten über Duisburg und Umgebung schreibt, näherbringen. Damit nicht genug, haben wir auch noch einen Tanz in den Mai. Herr Benedikt ter Braak, ein international bekannter Pianist und Komponist, wird die alten Mai-Lieder auf unserem Klavier spielen. Natürlich sind wir eingeladen, mitzusingen.

Aber alles der Reihe nach. Der Empfang ist vorbei, die Gespräche im Saal und draußen auf der Terrasse sind bereits voll im Gange, da kommt uns die Eröffnung des Buffets außeror­dentlich gelegen.  Es gibt ein Süppchen aus dem Hexenkessel, Feldsalat mit Pilzen aus dem Dämonenwald, blutiges vom Ochsenrücken an Meerrettich, Carpaccio von der Wildente an Waldpreisselbeersahne, einen leckeren Spargelcocktail und Variationen vom Räucherfisch. Zum Hauptgang erwarten uns geschmorte Ochsenbäckchen in Rotweinjus und das Filet von der Bachforelle „Müllerin“. Den Abschluss bilden Käsevariationen und die Hexengrütze von Waldfrüchten. Ein sagenhafter Gaumenschmaus! Wir lassen Herrn Hobohm und sein Team hochleben.

Nun zu Duisburger Sagen – Hexen, Dämonen und Werwölfe. Harald Küst nimmt uns mit in die Hexenwelt. Diese gibt es seit jeher. Im 8. Jahrhundert, mit Aufkommen der Christianisierung, sollten die alten, keltischen Fruchtbarkeitsriten zu christlichem Brauchtum umgedeutet werden. Zu dieser Zeit lebte die Heilige Walburga, die mit sanfter Aura durch Gebete die Wellen bei der Überfahrt vom Diesseits zum Jenseits glättet. Oder auch die Hagazussa, der Name ist Althochdeutsch und steht für Hexe und bedeutet die Zaunreiterin als Kommunikationsknoten zwischen den Lebenden und den Toten. Hexen werden auf Besen fliegend dargestellt, der Teufel verleiht ihr die Zauberkräfte, sie stehen für schwarze Magie – für den Schadenszauber – und sind verantwortlich für Lähmungen, Leiden, Wetter und Tierverwandlungen und sie kennen sich gut aus mit Pflanzen und Kräutern.

Die Tierwandlungen zeigen sich auch in Duisburg, z.B. am Werthacker. Die Kröte am Unkelstein bewacht hier einen Schatz, der hierunter vergraben wurde. Dabei stellen diese Orte Tore ins Jenseits, auch Gerichtsstätten haben gern hier ihren Sitz.

Hexen gab es auch in Duisburg, allerdings war Hexenverfolgung hier nicht sehr verbreitet, einzig ein Fall kennt man etwas besser, den der Agnes Muisfeldt.  Sie wurde peinlich befragt – kein Geständnis. Sie wurde gefesselt in die Ruhr geworfen zum Gottesurteil – schwamm sie oben, war sie mit dem Teufel im Bunde und damit zu verurteilen, ging sie unter, war sie unschuldig. Aber wahrscheinlich hat sie sogar dies überlebt, in der damaligen Stadtrechnung konnten keine Kosten für eine nachfolgende Hinrichtung gefunden werden.

Die Duisburger Sagenwelt weiß von wenigstens drei Figuren zu berichten:

  • Werwolf in Meiderich – ein uralter Glaube, nachts wandelt sich ein Mann in einen Aufhocker, dieser ließ sich solange tragen, bis der Leidtragende zusammenbrach
  • Mirakel von Buschmannshof – ein wolfsähnlicher Hund wird von Arnd beschworen, er verwandelt sich und sagte: „Ich bin dein Urgroßvater und habe gesündigt – tu‘ Gutes, dann kann ich erlöst werden“, eine typische Geschichte zur Ablasswerbung
  • Die Alraune als die Wurzel des Grauens, die von einem Ackersmann am Krusen Bäumchen entdeckt und mitgenommen wurde, er erweckte damit eine blutrünstige Kreatur – halb Pflanze, halb Monster und wurde vom Blitz getroffen

Zum Auflockern spielt nun Herr Benedikt ter Braak Lieder zum Mai. Wir sind eingeladen mitzusingen, was wir uns auch an der einen oder anderen Stelle nicht entgehen lassen. Textsicher sind wir eh‘, wenn nicht, helfen die ausgedruckten Liedtexte weiter. Mittendrin kommt uns noch etwas dazwischen: Gewöhnlich verreist unsere Gesellschaft über den 1. Mai. Das haben wir dieses Mal nicht geschafft, unsere Reise findet etwas später statt, aber einen Brauch werden wir heute wieder durchführen: Die Kür der Maikönigin, die Wahl ist auf Frau Sigrid Jäger gefallen. Die Insignien werden überreicht, ein Tänzchen mit dem Vorsitzenden gehört natürlich auch dazu.

Benedikt ter Braak spielt weitere, altbekannte Lieder, so kommen wir schließlich bis zum Abschlusslied: Der Mai ist gekommen. So sind wir gut durch die Walpurgisnacht gereist. Ein unvergesslicher Abend.

(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Markus Laghanke, Dr. Michael Greeske & Dr. Ralf Tempel)

Fit im Alltag – Was der kundige Mediziner empfiehlt

Vortrag von Herrn Prof. Dr. Hans-Georg Krengel, Kath. Klinikum Essen

In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 8. April 2019

Nach etwas längerer Abwesenheit sind wir wieder zu einer „normalen“ Abendveranstaltung bei uns zusammengekommen. Es ist wieder ein schönes Gefühl, hier zu sein: Die Räume sind schon österlich geschmückt, am Eingang stehen frische Blumen, die Terrasse ist sauber hergerichtet, wir haben einen phantastischen Blick auf unsere Terrasse mit der frischen Bepflanzung und in den Zoo hinein bei einem herrlichen Frühlingstag. Innen wird selbstgemachter Eierlikör ausgeschenkt – alles förderlich für unsere gute Stimmung.

Der erste Teil der heutigen Veranstaltung ist wieder dem guten Essen, angerichtet von Herrn Klaus Hobohm und Team, gewidmet. Wir lassen es uns gut schmecken, die Gespräche am Tisch kommen in Schwung.

Der zweite Teil beinhaltet den Vortrag von Herrn Prof. Krengel. Wie können wir das Beste aus unserem Leben machen? Ganz wichtig: Fit und gesund bleiben! Dazu gehört sicherlich auch die Frage nach ewiger Jugend; Antworten aus dem alten Testament (Vereinigung mit jungen Frauen, um Körperwärme zurückzugewinnen), dem neuen Testament (Wein, Sport und Massagen), der Renaissance (Milch junger Mütter) und dem Mittelalter (Stierhoden, Nashornmehl, Gold und Mumienhaut) führen uns nicht unbedingt in die richtige Richtung.

Aber woran sterben wir eigentlich, es gibt da ca. 30.000 Krankheiten, die der Mediziner alle kennen sollte? Fast die Hälfte stirbt an Herz-Kreislauf-Erkrankung, das höchste Risiko besteht dabei im Übergewicht. Danach kommen schon Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Zigaretten, Diabetes und Stress. Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei Krebserkrankungen. Detailliert listet Prof. Krengel die %-Zusammenhänge auf.

An welcher Stellschraube kann man nun aber selbst drehen, um ein langes Leben zu erreichen? Zu 70% ist es Lifestyle Management (Ernährung/Antioxidantien, Bewegung, Suchtverhalten), zu 20% sind es Vitalstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente) und 10% sind es Hormone (DHEA: Vorstufe sowohl für die männlichen als auch weiblichen Sexualhormone sowie Wachstumshormone). Bei optimaler Ausrichtung schaffen wir dann 120 Jahre, das Doppelte von einem Elefanten und das 30-fache einer Ratte.

Ganz wichtig dafür ist eine positive Einstellung zum Älterwerden, das bringt 7,5 Jahre, ein normaler Cholesterinspiegel 4 Jahre und mehr Bewegung nur 1…3 Jahre, Spitzenleistungen wie beim Marathonlauf sind eher schlecht, da halten wir es mit Churchill: „No sports!“. Und Stress macht alt, er beschleunigt den Alterungsprozess. Freie Radikale zerstören unsere Proteine und die DNA. Die Gegenspieler sind Antioxidantien, wie Vitamin E und C, Beta Karotin, Selen, 17-beta Östriol, enzymatische Schutzsysteme (Gluthationperoxidase), Flavonoide (Knoblauch), Quercetin (Apfel, Tee) und Resveratol (Trauben). Folsäure hilft bei Arteriosklerose, Gefäßverschlüssen, psychischen Erkrankungen, Depressionen, Alzheimer und Krebserkrankungen. Enthalten ist sie in grünem Gemüse, Rote Bete, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Leber und Vollkornprodukten. Vitaminpräparate sind eher nicht unterstützend.

Überhaupt kommt es auf die Zusammensetzung an, und da ist uns die Natur immer noch ein gutes Stück voraus.

Essgewohnheiten spielen eine zentrale Rolle, so gilt nach wie vor: Frühstücke wie ein König, esse mittags wie ein Bürger und abends wie ein Bettelmann. Dazu gibt es eine ganze Reihe an Beispielen für gesunde Ernährung. Z.B. ist die mediterrane Ernährung ein hervorragendes Beispiel für eine schmackhafte und gesunde Ernährungsweise. Und richtig im Alter ist:

  • Regelmäßig essen, 5x täglich
  • 1x /Woche wiegen → Normalgewicht halten
  • Ausreichend Bewegung
  • Zeit, Ruhe und Appetit
  • Etwas Warmes braucht der Alte
  • Singles kochen auf Vorrat
  • 2x Seefisch, 3x Fleisch, 2x vegetarisch, viel Obst, täglich Salat
  • Wenig Fett, wenig Gebratenes
  • Trinken nicht vergessen!

Sonnenlicht ist wichtig, es bringt uns gute Laune, ebenso wie Schokolade, dabei gibt es mit Ananas, Banane, Erdbeeren und Himbeeren weitaus Gesünderes!

Und nicht zu vergessen ist ausreichender Schlaf. Dabei wird unsere Gewebe repariert, laufen Heilungsprozesse ab, werden Organe und Zellen wieder mit neuem Brennstoff versorgt, werden alte Zellen durch neue ersetzt und arbeiten einige innere Drüsen auf Hochtouren.

Regelmäßige körperliche Aktivität kann das hormonelle Alter um 10 bis 20 Jahre zurückdrehen!

Wir sind beeindruckt von der Vielzahl an Fakten, Hinweisen und Handlungsempfehlungen. Prof. Krengel betont, dass dieses natürlich für die den gesunden Menschen gilt und bei Erkrankung punktuell abzuweichen ist.

Es gibt viele Fragen, wir sitzen noch lange an diesem Abend zusammen.

(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Dr. Michael Greeske & Dr. Ralf Tempel)

Romeo & Julia Premiere

Duisburger Stadttheater, 16. März 2019

Heute nun die ist Premiere von „Romeo & Julia“ im Großen Saal des Stadttheaters. Wir sind gespannt auf die Aufführung, und im Detail, ob sich unser Eindruck von der Probe wiederfinden lässt.

Romeo und Julia, jeder kennt die Geschichte von William Shakespeare – jedenfalls im Groben. Das macht es für den Regisseur Kevin Barz nicht leichter, eine Produktion auf die Beine zu stellen und damit interessierte Zuschauer für die Vorführung zu gewinnen.

Und da sind einige Details, die eine „neue“ Ausführung ausmachen: Es werden alte Aufnah­men englischer Inszenierungen eingespielt, der Balkon weicht einer unüberwindlichen Mauer, gebildet durch drei unterschiedlich hoch- und runterfahrenden Bühnen und einer musikalischen Begleitung, am Anfang dominiert von einer dunkel klingenden Vorahnung verheißenden Viola d’amore, am Ende von einer kraftvollen E-Gitarre am Grab von Romeo.

Als größte Überraschung ist sicherlich die Darstellung des Romeos und der Julia in jeweils gleich dreifacher Darstellung zu werten. die „Dreifaltigkeit“ von Romeo und Julia, die wir auch anders hätten auffassen können, als dreifachen Widerstreit der eigenen Person – aber so war es nicht. Stattdessen zielt die Inszenierung auf die aktuelle Diskussion um die gesellschaftliche Anerkennung von Lesben, Schwulen und Transgender ab. Wer ist man?

Und haben wir unseren Eindruck von der Probe heute in der Anfangsszene wiedergefunden? Ja, haben wir, aber es gab kleine Änderungen: Die Laufwege wurden verlegt, bei der Ausdruckweise haben wir das Gefühl einer weiteren Präzisierung. Die „Einspieler“ von alten Inszenierungen sind nun lauter und damit deutlicher zu verstehen. Die Romeos und Julias agieren mit einer ungeheuren Präzision, synchron im Sprechen, abgestimmt in den Bewegungen. Allerdings gab es auch zwei kleine technische Probleme: Ein permanentes, deutlich hörbares Lüftergeräusch und ein Knacken infolge schlechter Steckverbindung des drahtlosen Mikrofons von Lady Capulet.

Und ja, am Ende gibt es einen einzig langen Applaus!

Natürlich können wir so noch nicht nach Hause – das Gesehene und Gehörte muss besprochen werden. Wir gehen hinüber zum Citypalais. Dort pendeln wir zwischen CurryBar und Vinum. Dieser Abend wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben!

(Fotos Sacha Kreklau aus dem Programmheft, Text Dr. Ralf Tempel)

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