Luthers Tischreden

Vortrag von Herrn Pfarrer Stefan Korn

In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 21. November 2017

Der Vorsitzende, Dr. Ralf Tempel, begrüßt herzlich alle anwesenden Mitglieder und Gäste. Der Kamin lodert und wir genießen das Begrüßungsschlückchen an diesem November Tag mit der Neigung zu „unserem“ Winter: Nicht so kalt aber dafür etwas feucht.

Im ersten Teil des Abends widmen wir uns dem Essen. Es gibt Grünkohleintopf mit Mettwurst & Kassler, einfach wunderbar. Aber schon bei den Vorspeisen hat sich unser Caterer, Herr Hobohm, richtig ins Zeug gelegt: Gemischte Fischplatte & Shrimps, Schweinefilet mit Lebercreme, Tortilla Pralinen, Bruschetta mit Basilikum, ein kleiner Linsensalat mit Serrano-Schinken und Melone mit Holsteiner Katenschinken. Als Nachspeise gibt es noch Crema Catalana und eine umfassende Käseauswahl. Wir sind alle überwältigt.

Im zweiten Teil kommen wir zum Thema des heutigen Abends: „Luthers Tischreden“. Wir versetzen uns in diese Zeit, Bibelauslegungen und Buchdruck sind nicht erst in dieser Zeit erfunden worden. Wir erleben heute aber nicht einen gewöhnlichen Vortrag, sondern eine Aufführung der Tischreden. Zu diesem Zweck hat Herr Pfarrer Stefan Korn, hier auftretend als Luther, noch seine Kollegin, Frau Pfarrerin Karin Holdmann, alias Lutherin, Katharina von Bora oder Herrn Käthe, mitgebracht. Im Duett bringen sie uns Luthers Denken und Katharinas Tatkraft zu dieser Zeit im „Schwarzen Kloster“ nahe. Unterbrochen wird das Duett nur von kleinen Zwischenspielen mit Lutherliedern auf der Querflöte, wunderbar vorgetragen von Frau Helen Zimmer.

Es gibt keine Aufzeichnungen seiner Reden aus seinen jüngeren Jahren, so dass die nun überlieferten schon gesetzter und damit überlegter daher kommen. Es sind jene, wie sie in der Lutherstube in Wittenberg, aber auch auf der Coburg, in Torgau und ebenfalls in Eisleben, vorgetragen wurden.

Und „Herr Käthe“ gibt auch gleich das erste Stichwort: „Du hast stark mit den Ärzten zu schaffen“, Luthers Völlerei hat ihm immer wieder an Mäßigung denken lassen, aber der Teufel wusste immer schon den eisernen Willen ins Wanken zu bringen. „Ein armer Mensch ist, wer von der Hilfe der Ärzte abhängig ist“.

Es gibt auch Einiges, was Luther nie gesagt hat, wie „Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket?“ Aber dafür gab es: „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz“.

Zum Glauben kann niemand gezwungen werden, wer glaubt, der glaubt, wer komme, der komme und wer draußen bleibt, der bleibe draußen.

Die Lüge ist wie ein Schneeball, je länger man ihn wälzt, umso größer wird er.

Und zum Abschluss: Luther Eheweib, seine Käthe, sie hat allein in ihrer Hand die ganze Herrschaft. Aber Frauenregiment hat nie was Gutes ausgerichtet, aber wer wohl denkt, dem ist auch wohl.

Und so geht’s uns nun genauso. Viel zum Nachdenken, aber auch viel Freude an den Ansichten des Martin Luther und Bewunderung für Luthers Wirken, auch dafür, dass er sich immer wieder mit der Bibel beschäftigt und immer wieder Neues aus ihr schöpfen konnte.

Ein überwältigender Abend geht zu Ende. Wir sitzen und lassen uns nochmal alles durch den Kopf gehen.

(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Dr. Michael Greeske & Dr. Ralf Tempel)