Historie Teil 2 (1839 bis 1934)

Societät Duisburg e.V.
Gegründet 1774 Geschichte der Societät – In Kurzform und 5 Teilen

1839 mußte wegen Platzmangel ein neues Haus gebaut werden. 12.000 Taler wur­den durch die Aachen Münchner Versicherung, zu 4,5% Zinsen finanziert (erste Notabilitäten von Duisburger Bürgern haften als Mitglieder der SOCIETÄT) Gasbeleuchtung und zwei Gaskandelaber vor dem Haus waren bereits ein unübersehbarer Luxus. Am Geburtstag Friedrich Wilhelm IV (15.10.1840) war Einweihung des Hauses – Am Kuhtor.

Dieses Bild stellte Herr Hans-Willi Bütefür zur Verfügung

Dieses Bild stellte Herr Hans-Willi Bütefür zur Verfügung

1865 hatte Duisburg inzwischen ca. 22.000 Einwohner und die SOCIETÄT 115 or­dentliche und 58 außerordentliche Mitglieder. Alle bedeutenden Sitzungen der Stadt fanden in der SOCIETÄT statt, weil nur diese über den einzigen und auch repräsen­tativen Saal verfügte.

1868 setzte die SOCIETÄT durch, daß das Düsseldorfer Theater im Winterhalbjahr zwölf Vorstellungen im Saal der SOCIETÄT aufführte. Damit war praktisch die Keim­zelle für die „Deutsche Oper am Rhein“ gelegt worden.

Alle „Mitglieder-Herren“ konnten kostenlos vom SOCIETÄT-Ta­bak rauchen, den Böninger, Carstanjen und Carstanjen-Söhne im monatlichen Wechsel lieferten.

1874 brannte das Haus aus und es mußten für einen Neubau 43.000 Taler aufgebracht wer­den. Man hatte vergessen, den alten Bau gegen Brand zu ver­sichern.

1897 wurde der „Stengel- und Brezelverein“ innerhalb der SOCIETÄT gegründet. Er kam wegen seines Frohsinns und seiner besonderen Ei­genheiten zu großem Ansehen. Sein Motto:

„Wie der Stengel so gerade und lockend liegt, so soll auch der Weg zum Frühschoppen sein. Wie die Brezel mit ihren Verschlingungen kei­nen Anfang und kein Ende hat, so soll auch der Frühschoppen keinen Anfang und kein Ende haben!“

 

Gesellschaftshaus an der Mülheimer Straße (Starßenansicht)

Gesellschaftshaus an der Mülheimer Straße (Straßenansicht)

Seit 1890 gab es außer dem „Stengel- und Brezelverein“ noch einen „Bierclub“ in der SOCIETÄT. Dieser tagte aber außerhalb, weil ein engherziger Vorstand einen Bier­ausschank in den Räumen der SOCIETÄT nicht zuließ. 1933 hatte dieser „Bierclub“ eine eigene Villa am Rheinufer gegenüber der Krupphütte Rheinhausen mit einem schönen großen Garten gekauft. Er wurde ein gerne besuchtes Ausflugsziel. 1940 wurde die Bierclubvilla verkauft.
Mit dem Ende des ersten Weltkrieg ging auch der Stengel- und Brezelverein zu Ende. Er lebte wegen der widrigen Nachkriegsverhältnisse auch nicht wieder auf.

1920 gab es den ersten Nachkriegsball ohne Essen.
Von 1921 – 1935 war Alwin Hil­ger der 1. Vorsitzend der SOCIETÄT.

In den 30erJahren gab es noch ein kleine Kuriosität: Duisburg bemühte sich um einen Tierpark; es sollten einheimische Tierarten gezeigt werden. Bekanntlich kam alles ganz anders: Wir haben heute einen wunderbaren Zoo und der sitzt auf dem Kaiserberg. Aber bis es soweit war, galt es einiges auf die Beine zu stellen.

29.11.1933: Eröffnung der Tierwelt-Werbeschau in den leer stehenden Räumen der SOCIETÄT am Kuhtor, um für den neuen Tierpark zu werben. Gezeigt wurden u.a. ein Braunbär, drei Kragenbären, zwei Leoparden, vier Löwen, ein Damhirsch, ein Rehbock, Zwergzebus, Waschbären, ein Nasenbär, Füchse, Mungos, Igel, Stachelschweine, Nutrias, Rhesusaffen, Grüne Meerkatzen, Papageien, Steinkäuze, Turmfalken, Seeadler, Mäusebussarde, zwei Milane, ein Graureiher, Kittas, Fasane, Rotschnabelhokko, Sandviper, Kreuzotter, Krokodil, Fische (Schwertträger, Flossenblatt, Labyrinthfisch, Flunder, Scheibenbachfisch) in vier Süßwasser und zwei Meerwasseraquarien, Insekten (Wandelndes Blatt, Stabheuschrecke, Pillendreher). Eintritt 20 Pfennig für Erwachsene, 10 Pfennig für Kinder. Kleiner Führer mit dem Titel ‚Interessante Tierwelt- und Werbeschau des Duisburg-Hamborner Tierparkvereins’. Betreuung der Tierschau durch Dr. Eduard Wiedemann, den späteren ersten Direktor des Zoo Duisburg. Nach drei Tagen bereits 3.500 Besucher. Nach acht Tagen 10.000 Besucher. Bis zum Jahresende 1933 insgesamt 30.000 Besucher.

06.01.1934: Umzug der Tierwerbeschau in den Rosendahlschen Saal nach Hamborn.

16.02.1934: Neuerliche Zoowerbeschau in der SOCIETÄT am Kuhtor mit u.a. 66 Säugetieren (inklusive acht Löwen, sechs Javaneraffen, ein Kapuzineraffe, Zwergzebus).

01.03.1934: Erweiterung der Tierwerbeschau mit einer Ausstellung für ausschließlich heimische Tiere im alten Festsaal im 1. Stockwerk der SOCIETÄT (Gänse, Enten, Weißstorch, Graureiher, Rehbock, Seeadler, Schreiadler, Baumfalke, Sperber, Waldkauz, Steinkauz, Damhirsch, Neuntöter, Meisen, Flußläufer, Wachteln, Turteltauben, Ringeltauben, Hohltauben, Rotkehlchen, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Baumpieper, Gartenrotschwanz, Fitis, Amsel, Zaungrasmücke, Bachstelze, Nachtigall, Dohle, Elster, Eichhörnchen). Zusätzlich zeigte der Tierpräparator Hallensleben im Treppenhaus einige museale Exponate.

Ab April 1934 Überführung der Tiere aus der SOCIETÄT in den neuen Tierpark, der am 12. Mai 1934 seine Pforten öffnete.

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