Weihnachtsfeier
In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 9. Dezember 2017
Nun ist es doch passiert! Es hat geschneit und die Societät ist von allen Seiten in Weiß getaucht. Jetzt stellt sich ein richtiges, weihnachtliches Gefühl ein.
Diese Feier ist immer der Höhepunkt im Jahr. Die Räumlichkeiten sind festlich geschmückt, wir werden eingestimmt bereits am Eingang, auf dem Treppenaufgang und in unseren Räumlichkeiten mit einem wunderschönen Baum, einem Kaminfeuer, mit Glühwein und Plätzchen. Dafür danken wir der Familie Hobohm, unserem Immobilienwart, Herrn Dr. Michael Greeske und einigen unserer Mitglieder mit spezieller Hervorhebung von Frau Ute El-Amir, Frau Marlies Greeske, Herrn Klaus Jankus, Frau Ilse Neuber und Herrn Dietmar Niechcial, die diese heimelige Atmosphäre geschaffen haben.
Der Vorsitzende, Herr Dr. Ralf Tempel, hält eine kurze Rückschau zu den 16 Veranstaltungen in diesem Jahr - ein sehr erfolgreiches Jahr mit sehr großer Resonanz bei den Mitgliedern. Hier gilt der besondere Dank an den Veranstaltungswart, Frau Katharina Tempel.
- Vier Reisen (Musik-Reisen nach Hamburg & Wien, in die Champagne & nach Bremen),
- Vorträge zur Politik (Brunei, Elysee-Vertrag),
- Zur Wissenschaft / Wirtschaft (Gewissensbisse, E-Mobilität, Zoo-Rundgang, Medienlandschaft)
- Zur Geschichte (Erfahrungen mit den Kirchen, Luther) und
- Geselligkeit (Sommerfest, Weihnachtsfeier)
Frau Katharina Tempel hat einen außergewöhnlichen Unterhaltungsteil zusammengestellt, der komplett durch unsere Mitglieder selbst gestaltet wird. Es unterhalten uns:
- Frau Lore Rabe (Klavier) und Herr Friedemann Pardall (Cello) musizieren, Stücke sind von Vivaldi, Braga, Schubert, und Saint Saens
- Frau Margret Schultz trägt die Weihnachtsgeschichte „Vier Kerzen“ vor,
- unser „Engelchen“, Frau Ilse Neuber mehrere, kleine Weihnachtsgeschichten,
- Frau Gerda Wilms eine Weihnachtsgeschichte,
- Herr Armin Stemm einen heiter-satirischen Jahresrückblick und
- Frau Trude Ernst trägt ihr sentimentales Gedicht vor.
Zwischendurch singen wir traditionell und sehr innig einige Weihnachtslieder.
Anschließend wird der Abend gekrönt mit einem sehr guten Essen und ausgiebigen Gesprächen und alles in familiärer Atmosphäre und eingestimmt auf die kommenden Festtage!
(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Dr. Michael Greeske)
Luthers Tischreden
Vortrag von Herrn Pfarrer Stefan Korn
In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 21. November 2017
Der Vorsitzende, Dr. Ralf Tempel, begrüßt herzlich alle anwesenden Mitglieder und Gäste. Der Kamin lodert und wir genießen das Begrüßungsschlückchen an diesem November Tag mit der Neigung zu „unserem“ Winter: Nicht so kalt aber dafür etwas feucht.
Im ersten Teil des Abends widmen wir uns dem Essen. Es gibt Grünkohleintopf mit Mettwurst & Kassler, einfach wunderbar. Aber schon bei den Vorspeisen hat sich unser Caterer, Herr Hobohm, richtig ins Zeug gelegt: Gemischte Fischplatte & Shrimps, Schweinefilet mit Lebercreme, Tortilla Pralinen, Bruschetta mit Basilikum, ein kleiner Linsensalat mit Serrano-Schinken und Melone mit Holsteiner Katenschinken. Als Nachspeise gibt es noch Crema Catalana und eine umfassende Käseauswahl. Wir sind alle überwältigt.
Im zweiten Teil kommen wir zum Thema des heutigen Abends: „Luthers Tischreden“. Wir versetzen uns in diese Zeit, Bibelauslegungen und Buchdruck sind nicht erst in dieser Zeit erfunden worden. Wir erleben heute aber nicht einen gewöhnlichen Vortrag, sondern eine Aufführung der Tischreden. Zu diesem Zweck hat Herr Pfarrer Stefan Korn, hier auftretend als Luther, noch seine Kollegin, Frau Pfarrerin Karin Holdmann, alias Lutherin, Katharina von Bora oder Herrn Käthe, mitgebracht. Im Duett bringen sie uns Luthers Denken und Katharinas Tatkraft zu dieser Zeit im „Schwarzen Kloster“ nahe. Unterbrochen wird das Duett nur von kleinen Zwischenspielen mit Lutherliedern auf der Querflöte, wunderbar vorgetragen von Frau Helen Zimmer.
Es gibt keine Aufzeichnungen seiner Reden aus seinen jüngeren Jahren, so dass die nun überlieferten schon gesetzter und damit überlegter daher kommen. Es sind jene, wie sie in der Lutherstube in Wittenberg, aber auch auf der Coburg, in Torgau und ebenfalls in Eisleben, vorgetragen wurden.
Und „Herr Käthe“ gibt auch gleich das erste Stichwort: „Du hast stark mit den Ärzten zu schaffen“, Luthers Völlerei hat ihm immer wieder an Mäßigung denken lassen, aber der Teufel wusste immer schon den eisernen Willen ins Wanken zu bringen. „Ein armer Mensch ist, wer von der Hilfe der Ärzte abhängig ist“.
Es gibt auch Einiges, was Luther nie gesagt hat, wie „Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket?“ Aber dafür gab es: „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz“.
Zum Glauben kann niemand gezwungen werden, wer glaubt, der glaubt, wer komme, der komme und wer draußen bleibt, der bleibe draußen.
Die Lüge ist wie ein Schneeball, je länger man ihn wälzt, umso größer wird er.
Und zum Abschluss: Luther Eheweib, seine Käthe, sie hat allein in ihrer Hand die ganze Herrschaft. Aber Frauenregiment hat nie was Gutes ausgerichtet, aber wer wohl denkt, dem ist auch wohl.
Und so geht’s uns nun genauso. Viel zum Nachdenken, aber auch viel Freude an den Ansichten des Martin Luther und Bewunderung für Luthers Wirken, auch dafür, dass er sich immer wieder mit der Bibel beschäftigt und immer wieder Neues aus ihr schöpfen konnte.
Ein überwältigender Abend geht zu Ende. Wir sitzen und lassen uns nochmal alles durch den Kopf gehen.
(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Dr. Michael Greeske & Dr. Ralf Tempel)
Mittelpunkt Mensch: Groß-Skulpturen im öffentlichen Raum
In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 11. November 2017
Der Vorsitzende, Dr. Ralf Tempel, begrüßt herzlich alle anwesenden Mitglieder und Gäste. Das Feuer im Kamin lodert und wir genießen das Begrüßungsschlückchen, gedenken heute St. Martin und huldigen zwei der zahlreichen Bräuche, dem Martinsgansessen und dem Martinssingen.
Unser geschätztes Mitglied, Frau Loni Kreuder, eine in der Kunstszene sehr bekannte und viel diskutierte Bildhauerin wird in unserer Gesellschaft heute vortragen. Sie berichtet uns von ihren fabelhaften (Groß-) Skulpturen, die Auftragswerke von Kommunen, Europäischen Institutionen und Industrie sind.
Ihre Werke haben eine starke Körpersprache, reduziert auf das Wesentliche. Gegossen in Bronze, hart und doch unendlich weich. Wir können erkennen, wie sich ihr Stil im Laufe der Zeit von realistischen Figuren hin zu solchen mit vereinfachter, abstrahierter Form entwickelt hat. Dabei sind bestimmte Themen immer wiederkehrend und ihr eine Herzensangelegenheit, so z.B. Mutter & Kind, Vergänglichkeit und Kommunikation.
Beeindruckend sind die in Bildern gezeigten Skulpturen. Um sie besser zu „begreifen“ hat Loni Kreuder gleich noch vier Plastiken mitgebracht, einfach überwältigend! Ebenso gelingt es ihr, uns den Weg von der Idee, über die ersten Zeichnungen, dem Modell, dem Guss, dem Nacharbeiten und schließlich das Patinieren der Bronze nahezubringen.
Mittlerweile hat Frau Kreuder auch den 3D Scan und den 3D Druck für sich entdeckt. Dadurch lassen sich die gefertigten Modelle einfacher auf verschiede Größen - entsprechend den Erfordernissen des Auftraggebers - skalieren. Die Handarbeit für das Modell und auch für die eigentliche Skulptur aber bleibt.
Am Ende stimmen wir mit Loni Kreuders Feststellung überein: „Immer jedoch wird bei meinen Plastiken der Mensch im Vordergrund stehen. Denn in unserer computergesteuerten, multikulturellen Leistungsgesellschaft dürfen wir nicht verlernen aufeinander zuzugehen und für einander da zu sein“.
Ein überwältigender Abend geht zu Ende. Wir gehen sehr überrascht nach Hause.
(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Dr. Michael Greeske & Dr. Ralf Tempel)
Zwischen Stagnation und Reformation – Erfahrungen eines Journalisten mit den Kirchen
Vortrag von Herrn Jürgen Hoeren
In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 13. Oktober 2017
Der Vorsitzende, Dr. Ralf Tempel, begrüßt herzlich alle anwesenden Mitglieder und Gäste. Zu Recht verweist er auf den heutigen Tag, der wahrhaft das Gefühl des „Goldenen Oktobers“ repräsentiert. So sind heute auch die Räume geschmückt: Das Utensil Kürbis ist in aller Augen. Verantwortlich für den Augenschmeichler zeichnet dankeswerterweise Frau Marlies Greeske.
Das Menü ist heute auch entsprechend ausgerichtet, es gibt viele Vorspeisen, wie Melone mit Serrano-Schinken, Variationen vom Räucherfisch, Vitello Tonnato, Mandelmedaillons, Geflügelsalat und gefüllte Eierhälften mit Lebercreme. Der Hauptgang besteht in Tafelspitz mit Rahmwirsing, Rosenkohl mit Muskatbutter und Bouillonkartoffeln, ein Gedicht! Aber auch die Nachspeisen Freunde kommen nicht zu kurz mit Roter Grütze mit Vanillesauce, Pfirsich mit Preiselbeersahne und einer reichen Käseauswahl.
Herr Hobohm und sein Team haben sich selbst übertroffen, wir haben lange nicht mehr so leckere Speisen auf den Tischen gehabt.
Nun aber zum Thema des heutigen Abends im ausgehenden Lutherjahr: Wie beurteilt der Vatikan den 500. Jahrestag der Reformation? Haben Katholiken und Protestanten dazugelernt?
Unser heutige Referent, Herr Jürgen Hoeren, ist ein bekannter Publizist zum Thema Kirche und auch Onkel von unserem Mitglied Herrn Dr. Stefan Koßlowski. U.a. erlebten seine Gesprächsbände mit den Theologen Eugen Drewermann, Hans Küng und Karl Lehmann mehrere Auflagen und wurden auch in andere Sprachen übersetzt.
Wir sind insbesondere froh, ihn heute - quasi zum Abschluss des Lutherjahres - begrüßen zu dürfen, da er im Frühjahr (zu unserem ursprünglichen Termin) aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage war, hier aufzutreten.
Er beginnt mit der Zeit vor 600 Jahren, auf dem Konzil in Konstanz, einer Zeit in der es drei Päpste gab und die christliche Ordnung sich im Chaos befand. Und es ging um drei Punkte wie, die Einheit der Kirche wiederherstellen (und damit die Ketzerei voranbringen), die innerkirchliche Reform an Haupt und Gliedern (dieses war nicht sehr erfolgreich, da kein Teilnehmer die Probleme bei sich selber sah) und die Einigung auf einen allgemeingültigen Papst. Gerade mit letzterem tat und tut sich die Kirche schwer, zwar wurden kurzerhand zwei Päpste abgesetzt und der dritte zog sich freiwillig zurück, aber der neugewählte Papst war nur bereit die innere Einheit wiederherzustellen, vernachlässigte dabei die Reform der Kirche. Das trifft mehr oder weniger bis heute zu und somit bleibt der Papst auch Stolperstein in der Ökumene.
Luther begehrte auf, unter dem Schutz von Kurfürsten und einer revolutionären Technologie im Hintergrund, dem Buchdruck, der es ermöglichte, Schriften in deutscher Sprache in großer Zahl unter die Leute zu bringen. „Allein die Bibel zählt“ und es braucht keinen Mittler / Deuter zwischen Gott und den Menschen. Das stellt die katholische Welt auf den Kopf. Aber auch die Rolle der Frau wurde von Luther in den Mittelpunkt gerückt (Status der Katharina von Bora). Das Priesteramt bleibt in der katholischen Kirche den Frauen verschlossen.
Was ein Papst sagt, ist Gesetz und kann von niemanden geändert werden mit Ausnahme eines Konzils, allerdings findet der 1417 empfohlene Rhythmus der Tagung ebendieses aller 10 Jahre eher weniger Anwendung; es geht auch um Absicherung der Macht.
In der heutigen Zeit, und das ist durchaus schon ein lang anhaltender Prozess, ausgelöst von der Französischen Revolution, hat die Kirche immer mehr an Kompetenz in Sachen Moral und Sex verloren, niemand geht heute mehr beichten; die dafür vorgesehenen Stühle verkommen z.T. zu Besenkammern. Dafür geht man eher zu Therapeuten und Coaches. Verstärkt wird das Problem der Wahrnehmung der Kirchen im öffentlichen Raum durch die Absenz von jeglicher periodischer kirchlicher Publizität / Zeitschriften. Dafür gibt es in Deutschland noch das im Grundgesetz verbriefte Recht auf Religionsunterricht, hier fragen sich andere Religionen als die der Katholiken und Protestanten, warum dass nicht auch für sie überall Anwendung findet. Es wird auch zunehmend ein Problem für die Politik; bisher wagt sich keine Partei, dieses Privileg zu stürzen.
Ökumene tut sich schwer voranzukommen. Erst 1962 unter Johannes XXIII beschäftigt sich ein Dokument mit der Wertschätzung anderer Religionen, die ebenfalls einen Weg zum Heil eröffnen. Mithin wird eingeführt der Gottesdienst in deutscher Sprache und der Priester wendet sich mit dem Gesicht der Gemeinde zu.
Wir müssen heute akzeptieren, dass die Menschen selber ihren Glauben definieren, sie verabschieden sich durchaus von der Kirche, aber nicht von Gott. Das hat auch mit der Anzahl der zur Verfügung stehende Priester zu tun. Kardinal Lehmann meinte dazu: „Den Konfessionen steht das Wasser bis zum Hals“. Trotz eines guten finanziellen Polsters werden Kirchen entweiht, weil keine Priester da sind.
Unser amtierender Bundestagspräsident Norbert Lammert, ein glühender Verfechter der Ökumene, meint, es gibt keinen relevanten Glaubensunterschied zwischen Katholiken und Protestanten, aber es gibt Zeichen der Stagnation.
Danach setzt eine reichhaltige Diskussion an.
Wir haben noch viel zu besprechen und nehmen uns viel Zeit dafür. Die Mitglieder und Gäste sagen „Danke“ an Herrn Jürgen Hoeren mit großem Applaus.
(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Dr. Michael Greeske)






































































































