Sommerfest in der Societät
In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 16. Juni 2017
Genau ein Jahr ist vergangen: Das gemeinsame Sommerfest der Societät mit
- der Deutsch – Britischen Gesellschaft,
- der Deutsch – Französischen Gesellschaft und
- der Deutsch – Italienischen Gesellschaft
findet wieder statt!
Getreu dem Motto „Die Freude ist der Sommer, der die inneren Früchte färbt und schmilzt“ von Jean Paul, erleben wir diesen Abend.
Die Gäste erscheinen schon in gehobener Stimmung, schließlich treffen wir uns bei diesem gesellschaftlichen Höhepunkt bereits zum dritten Male hintereinander. Alle sind festlich gekleidet, die Räumlichkeiten sind sommerlich geschmückt; vom Eingang, über das Treppenhaus, vorbei am Kaminzimmer bis hin zu den Blumen auf den geschmackvoll gedeckten Tischen. Der Sektempfang befördert die ohnehin gute Stimmung, wir alle sind gespannt auf den heutigen Abend.
Die vier Vorsitzenden begrüßen gemeinsam die Gäste. Herr Dr. Ralf Tempel bedankt sich beim Veranstaltungswart, Frau Katharina Tempel, die diese Veranstaltung auf die Beine gestellt hat, Herr Robert Tonks äußert sich zu den Briten, die nicht für den Brexit gestimmt haben, Frau Waltraud Schleser betont die Erfolge der heute anwesenden Gesellschaften für die Völkerverständigung und Frau Enza Ruffini-Webb freut sich auf die gemeinsamen Stunden.
Das Essen ist gewohnt gut, allein ein Dutzend Vorspeisen sorgt für eine überreichliche Vielfalt. Beim Speisen genießen wir die gepflegte Unterhaltung, viele stellen fest, dass man sich vom letzten Sommerfest her kennt; wir kommen leicht ins Gespräch.
Nach dem Essen tritt die bekannte Cartoonistin Florence Debray (FLOH) zum Thema "Römische Verträge" auf, genauer zum Verhältnis von Europa und dem Stier oder auch, was macht der Stier mit Europa und auch umgekehrt, Europa mit dem Stier. Das alles erzählt sie in lockerer Form, viersprachig und unterstreicht es mit ihren Karikaturen, die sie augenblicklich vor unseren Augen entstehen lässt - einfach großartig!
Steve Tipping und Familie / Kollege Wolfgang Ponnwitz geben einige Stücke von Irish Traditional Music zum Besten.
Zwischendurch treten Robert & Iris Tonks nach vorn, sie zelebrieren mit der Methode des gezielten Missverständnisses die mögliche, konterkarierende Kommunikation zwischen Theresa May und Angela Merkel – einfach köstlich und ein Stück weit auch beängstigend.
Zum Ausgleich haben die Briten auch wieder ihre Queen dabei.
Der Abend wechselt in die Nacht, wie im Fluge ist die Zeit vergangen.
(Fotos: Dr. Michael Greeske, Raymond Jones, Text: Dr. Ralf Tempel)
E-Mobilität - Wer kriegt die Kurve?
Vortrag von Herr Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer,
Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen,
Gründer und Direktor des CAR (Center Automotive Research)
In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 9. Mai 2017
Der Sektempfang lässt uns ungezwungen ins Gespräch kommen, manche haben sich länger nicht gesehen und freuen sich einander begrüßen zu können. Das Wetter lädt sogar ein, nach draußen auf die Terrasse zu gehen mit Blick auf Elefanten und Giraffen und die Sonne steht noch weit weg über dem Horizont.
Der Vorsitzende, Herr Dr. Ralf Tempel, begrüßt alle Mitglieder und gibt einen Abriss zu den Geschehnissen der letzten zwei Wochen: Eine fantastische Reise in die Champagne, ein Hackerangriff auf unsere Webseite und dessen erfolgreiche aber auch aufwändige Abwehr, die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem bisherigen Caterer Feinkost-Kersten und die Suche nach einem neuen, Wiederherrichten der Terrassen und Anschaffung neuer Möbel (dieses Mal Tische und Stühle).
Aber nun können wir die Kunst des neuen Caterers gebührend würdigen: Frau Bianca Wilk und Herr Torsten Finke haben die Räumlichkeiten hervorragend hergerichtet, die Tische sind wunderbar eingedeckt und die offerierten Speisen erinnern an die guten alten Zeiten, auch wenn die gerade erst ein knappes halbes Jahr her sind. Die Bedienung ist flink, es klappt alles wie am Schnürchen, die Anwesenden sind begeistert.
Nach dem Essen ergreift der Vorsitzende abermals das Wort, er stellt unseren heutigen Gast, Herrn Professor Dudenhöffer kurz vor. Er weiß vermutlich mehr über Autos als sonst ein Mensch auf der Welt, kann die globale Exportstrategie von den renommiertesten Firmen der Autobranche analysieren aber häufig ist er Polarisierer, Agitator, Voranprescher, Ideengeber oder oft auch Nervensäge für Deutschlands wichtigste Industrie.
Prof. Dudenhöffers Einstieg: In Deutschland beginnt augenblicklich die Auslieferung von Pizzas mittels Roboter (sieht aus wie die Spielzeug Ausgabe des russischen Mondautos „Lunochod“). Einen Grund, warum das automatisch fahrende Auto immer weiter um sich greifen wird, benennt er auch gleich selbst: Das größte Problem im heutigen Verkehr ist der Mensch, vielmehr seine Entscheidungen, die sowohl falsch als auch zu spät fallen und so zu gefährlichen Situationen bzw. zu der hohen Zahl von Verkehrstoten und -verletzten führen. Das größte Risiko – also den Menschen – aus der Entscheidungskette im Straßenverkehr zu eliminieren könnte somit hilfreich sein. Die weitere Digitalisierung der Mobilität wird weiter voranschreiten. Wie sieht denn aber der Ist-Zustand aus?
„Die heile Welt“ bietet seitens der Auto-Hersteller vor allem eine Vielzahl von verschiedensten Karosserievarianten für den Kunden (Plattform-Strategie). In den Industrieländern herrscht Sättigung mit 600…750 Autos je 1.000 Einwohnern, d.h. jedes neu verkaufte Auto verdrängt ein altes in die Schrottpresse. Die Hersteller lassen sich immer wieder neue Karosserie Modelle (SUV für die Straße, nun auch noch ein SUV als Cabrio) einfallen, um einen Ersatz der bestehenden Fahrzeugflotte zu erreichen. Die globalen Zuwächse lassen sich nur noch in Südostasien, heute zum Großteil in China, erreichen.
Die Auswirkungen des Autoverkehrs auf die Umwelt sind vielschichtig, so hat z.B. der Eisbär mit dem CO2 Ausstoß ein Problem, da ja seine Eisscholle immer mehr zusammenschmilzt. Die freiwillige Selbstverpflichtung von 2008 zur Reduzierung des Ausstoßes auf 140g/km erweist sich als Makulatur, dieses wird in der Regel nur auf dem Rollenprüfstand in warmer Halle erreicht. Die Praxiswerte liegen um ein vielfaches höher. Dabei hat die deutsche Autoindustrie technologisch durchaus profitiert: Energiesparende Autos gibt es nun auch von Mercedes, BMW & Co mit 3-Zylinder Motoren und Start-Stopp-Automatik, die damit wieder zu Technologietreibern wurden. So erreicht man nun offiziell 120g/km, prüft man etwas straßentauglicher, so kommt man wieder bei dem ursprünglichen Wert von ca. 165g/km an. Dazu kommen noch andere – weniger legale – Tricks, wie etwa jetzt ruchbar geworden bei der VW-Diesel Affäre. Nur ist VW dabei ein kleiner Sünder, da sind ganz andere, die ein Mehrfaches an NOx ausstoßen. Die mittelfristigen Konsequenzen sind klar: Weg von den Verbrennungsmotoren, Vorreiter ist hier Kalifornien, dass ab 2030 keine neuen „Verbrenner“ mehr zulässt.
Radikale Innovationen müssen also her. Und diese kommen vermehrt nicht aus dem traditionellen Kreis der Autohersteller:
- Reine Stromer, wie z.B. Tesla
- Roboter Autos, wie z.B. Google, Apple, Intel & Co
- Sharing Economy, wie z.B. Uber
Elektroautos mit Brennstoffzelle gibt es hierzulande seit 30 Jahren, der Durchbruch blieb aus, z.T. lag es am Prinzip (Wer hat schon immer Wasserstoff zur Hand?) und die Infrastruktur ist nie wirklich in Angriff genommen worden. Allen Musk hat mit seinem elektrisch betriebenen Tesla ein stylisches Auto in den Markt geworfen mit einer Reichweite von 500km. Er baut auch gleich noch die Infrastruktur, die dabei benötigten Batterien und die übers Land verteilten Schnellladestationen. So können sich Innovationen leichter durchsetzen.
Bei den Roboter Autos wird auf eine vollautomatische Steuerung vertraut, als Fahrer hat man keinen Stress mehr, kann sich in seinem „Wohnzimmer“ zurücklehnen und mal schnell im Internet shoppen gehen. Man stelle sich vor, ein Porsche ohne Lenkrad, will das ein heutiger Porschefahrer? Aber die autonom fahrenden Autos sind im Kommen, ganz sicher.
Bei Sharing Economy wird Geld über Provisionen verdient, ganz normale Autofahrer stellen ihr Auto und sich selbst als Fahrer zur Verfügung, quasi als personalisierter Taxidienst. Und alle Autobauer denken in dieselbe Richtung, denn wenn sie das nicht tun, verlieren sie innerhalb der Wertschöpfungskette, sie nehmen dann nur noch eine Stelle als Zulieferer, wie heute Hella oder Bosch, ein. Vielleicht ruft man sich ein automatisches Auto, fährt dann ein Stück bis zu seinem Ziel und das Auto sucht sich anschließend selbst einen Parkplatz.
Es wird neue Strukturen geben. Dazu wird auch gehören, dass die klassischen Autohäuser obsolet werden, vielleicht bestellt man sie bei Amazon. Die Zukunft bleibt spannend. Ein sehr aufschlussreicher Vortrag zur Innovation.
Die sich anschließende Diskussion ist vielfältig, jede Frage findet eine ausführliche Antwort.
Schließlich kann sein aktuelles Buch mit einer persönlichen Widmung erworben werden, wovon reichlich Gebrauch gemacht wird.
Wir genießen diesen Abend sehr und das liegt auch an diesem hervorragenden Vortragenden, der zugleich tiefgreifend, charmant und mit einem Tüpfelchen Humor, den Finger in die (automobile) Wunde legen kann.
(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Dr. Michael Greeske)
Fahrt in die Champagne
Samstag, 29. April 2017
Rudi wartet bereits, der Reisebus ist bestens präpariert, uns wird es an nichts mangeln und für die hervorragende Stimmung an Bord sorgen wir selber. Unsere Reise beginnt um 07:00 Uhr vor der Societät. Wir alle sind schon sehr gespannt, was uns in einer Gegend erwarten wird, die für Ihren hervorragenden Schaumwein bekannt ist.
Unterwegs haben wir einen kurzen Stopp in Wasserbillig, eine Ortschaft am Zusammenfluss von Sauer und Mosel im Osten des Großherzogtums Luxemburg. Allerdings ergreifen wir nicht Gelegenheit, uns mit Tabak, Kaffee oder Spirituosen zu proviantieren. Anschließend fahren wir noch einen kleinen Schlenker, unsere Reiseführerin Anne-Catherine steigt in Metz zu. Sie war schon bei unserer letzten Frankreich-Tour durch das Elsass dabei – auf sie wollten wir keinesfalls verzichten.
An diesem Nachmittag besichtigen wir einige Denkmäler der Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges. Als erstes betreten wir die Zitadelle von Verdun durch ihren unterirdischen Eingang, um dann eine Rundfahrt mit dem „kleinen Zug“ durch die „Unterwelt“ zu unternehmen, plastisch werden die Grauen und die Tristesse fühlbar. Danach fahren wir zum Fort Douaumont, das größte und stärkste Werk des äußeren Fortgürtels der französischen Festung Verdun in Lothringen. Hier lernen wir den Aufbau einer Festung kennen und das Leben darin. Anschließend kommen wir auch noch am Beinhaus von Douaumont vorbei, einer Grabstätte für die Gebeine der Gefallenen, die nach der Schlacht um Verdun nicht identifiziert werden konnten. Nach allem begreift man die Sinnlosigkeit eines Krieges sehr lebhaft und eindrucksvoll.
Nach einer Pause setzen wir die Fahrt fort und erreichen am Abend Troyes, wir checken schnell im „Hotel de la Poste“ ein, um gleich danach zu Fuß zu unserem, für diesen und den nächsten Abend, vorgesehenen Restaurant zu gelangen.
Sonntag, 30. April 2017
Ein sehr sonniger und warmer Tag erwartet uns und ein ausgedehnter Stadtrundgang steht auf dem Programm. Troyes weist prächtige Fachwerkhäuser auf, die Altstadt hat zudem die Form eines Champagnerkorkens. Wir entdecken die Kathedrale mit ihren herrlichen Fenstern, aber auch kleine Innenhöfe und enge Gassen.
Am frühen Nachmittag setzen wir uns in den Bus und fahren nach Colombey-les-deux-Eglises. Hier lebte General de Gaulle. Dass erst wenige Jahre alte Memorial Charles de Gaulle ist ein großzügig gestaltetes Museum. Von hier haben wir einen herrlichen Blick über das Land. Das Museum zeigt in anschaulicher Weise die Geschichte des französischen Widerstandes im Zweiten Weltkrieg, aber auch die Aussöhnung mit Deutschland. Denn Konrad Adenauer wurde ein Freund des Generals und war der einzige Staatsmann, den er jemals in seinem Privathaus empfing.
Jetzt kommen wir zu einem Programmpunkt, den schon viele entgegenfiebern, steht doch die Reise genau unter diesem Motto „Champagne“. Ein Besuch einer Champagner Kellerei ist ein Muss, heute eine kleine Kellerei in Bligny mit dem Namen Moutaux, ein Familienbetrieb in der 5. Generation. Die Lese der Trauben geschieht per Hand und es wird mehrmals gelesen, um die maximale Reife zu erreichen. Der Champagner setzt sich aus den beiden Trauben Chardonnay und Pinot Noir in unterschiedlicher Zusammensetzung – je nach Vorlieben – zusammen. Der Chef erzählt en détail die einzelnen Schritte von der Traubenlese bis zur Champagner Reifung. Wir haben die Gelegenheit, einige Champagner zu testen. Wir nutzen im Anschluss die Möglichkeit, das ein oder andere Erzeugnis zu erwerben, der Chef kommt kaum mit dem Ausfüllen der Bestellungen hinterher. Wir sind alle sehr begeistert.
Mit starker Zuladung treten wir die Rückreise nach Troyes an. Kaum ausgestiegen, wenden wir uns wieder unserem gestrigen Restaurant zu und genießen noch einen schönen Abend.
Montag, 1. Mai 2017
Heute ist Feiertag. In Frankreich werden Maiglöckchen überreicht, wir krönen heute unsere „Maikönigin“, Frau Jutta Bock. Zunächst lassen wir sie schon im Bus hochleben, später statten wir sie auch mit allen Insignien ihrer Macht aus. Entsprechend bedankt sie sich später bei ihrem „Volk“.
Doch zuerst geht’s in den Naturpark der Berge von Reims, hier liegt der Leuchtturm von Verzenay, der heute das Weinbergmuseum beherbergt. Sein Lichtkegel reichte einst bis nach Reims. Wir genießen einen herrlichen Blick über die Gegend und lernen einiges über den regionalen Weinbau und der hiesigen Grundlage, der Kreide.
Nach einer kleinen Pause fahren wir nach Mutigny, zu einem Winzerhof mit Winzerbuffet mit diversen Vorspeisen, Schinken, Roastbeef, Salaten, Käse und Dessert, dazu gibt es Rotwein und Champagner. Anschließend gibt es einen Spaziergang durch die Weinberge und einen Blick auf Epernay. Die Tochter des Hauses, eine angehende Richterin für Weinbaufragen, beschreibt die Vorzüge der Lage und der Arbeiten am Weinstock über das Jahr.
In Epernay befindet sich die prestigeträchtige Champagner-Avenue, an der viele der renommiertesten Champagnerhäuser ihren Sitz haben. Selbstverständlich wartet auch wieder eine Champagnerprobe auf uns, dieses Mal die größte Kellerei „Mercier“. Dort liegen auch die weiträumigen, seit 1871 in den Kreidefelsen gegrabenen Keller, die bis heute zur Reifung und Lagerung des produzierten Champagners dienen. Die Keller liegen in einer Tiefe von ca. 30 m und umfassen Gänge in einer Länge von 18 km, wir befahren einen Teil der Gänge wieder mit einem Bähnchen. Zum Schluss wartet noch ein kleines Gläschen des edlen Getränks auf uns.
Wir fahren zu unserer heutigen Übernachtung mit Abendessen nach Vinay, in die 5-Sterne Hostellerie „La Briquetterie“. Hier werden wir hervorragend umsorgt, wir speisen fürstlich, der Vorsitzende hält gemäß der festlichen und gehobenen Stimmung noch eine kleine Rede und selbst unsere Weinkönigin bekommt noch eine kleine Ehrung seitens des Hotels. Wir beenden den Abend in der Bar.
Dienstag, 2. Mai 2017
Schon bricht der letzte Tag an und damit unsere Rückreise. Zuvor fahren wir aber in die nahe gelegene Abtei „Saint Pierre“ in Hautvillers, wo Klosterbruder Pierre Pérignon, genannt Dom Pérignon, die Méthode champenoise, ein Verfahren der Flaschengärung zur Herstellung von Schaumwein, maßgeblich entwickelt hat. Die Abtei ist einfach aber schön, nach dem Spaziergang machen wir auf noch eine ausgiebige Rast vor dem Bus. Wir lassen nochmals die „Maikönigin“ hochleben, auch manch anderer möchte ein Schlückchen auf den eigenen, gerade vergangenen, Ehrentag ausgeben.
Nun zum letzten Höhepunkt Reims, die Hauptstadt der Champagne. Wir sehen die gotische Kathedrale „Notre Dame“, in dessen prächtigem Rahmen die französischen Könige mit dem göttlichen Öl gesalbt und gekrönt wurden. Wir haben für dieses Bauwerk eine lokale, sehr kenntnisreiche Führerin zur Verfügung, so dass uns nicht das winzigste Detail des Bauwerks entgeht. Sehr interessant: Links neben dem Hauptportal der Kathedrale von Reims steht ein Engel aus Stein, der lächelt. Das ist überaus verwunderlich.
Jetzt noch einen kleinen Schlenker zur großen romanischen Basilika St. Remi. Sie ist wirklich sehenswert. Seit dem 7. Jahrhundert bildete sich am Grab des heiligen Remigius († 533) eine religiöse Gemeinschaft.
Nun ist die Reise aber wirklich beendet. Wir verabschieden uns überschwänglich von Anne-Catherine. Sie war uns eine so liebe Begleiterin, ihre Bemerkungen zur französischen Politik im Allgemeinen und zu den Charakteren aus ihrer privaten Umgebung werden noch lange in uns nachklingen.
Auf ein Wiedersehen – Au revoir!
(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Jutta Schwarz, Dr. Michael Greeske & Dr. Ralf Tempel)
Gewissens-bisse
Vortrag von Frau Dr. Annette Chen-Stute, Leiterin des Adipositas Zentrum Oberhausen
In den Räumen der SOCIETÄT DUISBURG e.V., 7. März 2017
Der Sektempfang als Beginn jeder Veranstaltung bei uns in der Societät ist legendär und wieder freuen wir uns – mit einem Glas in der Hand – einander begrüßen zu können. Der Vorsitzende, Dr. Ralf Tempel, begrüßt alle Mitglieder aufs Herzlichste und gibt einen Abriss über die letzte Fahrt zur Elbphilharmonie und einen Ausblick auf die nächste Fahrt in die Champagne und die folgenden Veranstaltungen hier im Hause. Und er fordert alle auf, die neuen Sessel im Kaminbereich für sich zu testen. Gleichzeitig bedankt es sich bei der heutigen Vortragenden, uns schon heute über die „Gewissens-bisse“ aufzuklären. Doch bevor es soweit ist, steht noch unser Essen an, mit Bissen aber ohne (schlechtes) Gewissen.
Aber nun zum Vortrag, unser Mitglied Frau Dr. Chen-Stute wird uns – als Leiterin der Adipositas-Klinik in Oberhausen – sachkundig über unsere Essgewohnheiten und die jeweiligen Konsequenzen aufklären. Begonnen hat sie dort mit der aus der Schweiz stammenden Formula-Diät, die auch in Amerika gerade eine boomende Therapie darstellte. Um es ganz verkürzt zu sagen: ¼ Jahr Einnahme eines Nahrungsersatzes ohne Fettanteile mit der Folge des internen Fett“verbrennens“. Das klappte mehr oder weniger gut. Aus diesem Grunde wurde auch ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Ärzten, Psychologen, Ernährungsberatern und Sportwissenschaftlern, zusammengestellt. Diese Maßnahme erwies sich als goldrichtig, um stark übergewichtige Menschen von ihren Pfunden zu befreien.
Gerade von diesen Patienten kam Mitte der 90er Jahre vermehrt die Frage, ob dieses auch bei übergewichtigen Kindern funktionieren kann. Dafür musste eine eigene Therapie ohne „Formula“ her, mit den Eckpfeilern
- Verhaltenstherapeut + Sportwissenschaftler für die betroffenen Kinder,
- Psychologe für deren Eltern und
- der Arzt schwebt über allem.
Während Erwachsene mehr oder weniger selber verantwortlich sind, ist es bei Kindern anders: Auf Basis einer umfangreichen Anamnese können Fragen zur Bindung zum und Probleme im Elternhaus, Essen als Tröster und Kommunikationsabstinenz erörtert und ggf. umgesteuert werden, frei nach dem Motto: „Unter jeder Fettschicht steckt ein trauriges Kind“. Selbst die Therapeuten können dazu lernen!
Auch haben wir genetische Voraussetzungen und damit Veranlagungen: Jeder kennt die beiden bekanntesten Typen des Energieverschwenders (der ehemalige Jäger, der die Beute nach Hause bringt) und des Energiesparers (der, der auf den Herd aufpasst und später der Bauer, der die Nahrung vor der Haustür anbaut). Mit Bedauern schauen die Sparer auf die Verschwender, die ohne eine Nebenwirkung drei Stück Kuchen auf einmal essen können.
Die dicksten Europäer sind wir Deutschen, wir haben die Engländer abgelöst. Die Geburtsgewichte unserer Kinder steigen, der Anteil der Jugendlichen mit Adipositas ebenfalls. Folgeerkrankungen stehen auf der Tagesordnung, umso mehr je höher unser BMI (Body Mass Index). Ab einen Wert von BMI=30 wird es kritisch; Komorbidität wie Diabetes mellitus sind die Folge, die wiederum zu Amputationen, Erblindungen, Niereninsuffizienz, Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch zu Arteriosklerose und Thrombosen führen können.
Als Gegenmittel gilt die stoffwechselgerechte Ernährung, besser eine Ur- als eine Industrienahrung verwenden. Letztere enthält einfach zu viel Fette, zu viele Kalorien, zu wenig Ballaststoffe und Vitamine. Gewissens-bisse sollte die Nahrungsmittelindustrie bekommen!
„Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel“
(Sebastian Kneipp).
Und einige der Essensregeln kommen uns sehr bekannt vor, wie die „Kaiser, König, Bettelmann“ Einteilung – mit den notwendigen Essenspausen, damit die Verbrennung der Fettreserven erfolgen kann.
Heute haben die meisten von uns einen Blick hinter die Kulissen werfen dürfen, die sonst nicht im Fokus stehen. Wir erahnen den Aufwand, eine langjährige Gewohnheit aufzugeben und aktiv für einen Wandel einzutreten.
(Text: Dr. Ralf Tempel, Fotos: Dr. Michael Greeske)



















































































































































































































