am 26. August 2011

Text von Dr. Katharina Lepper und Bilder von Margret Schultz und Helfried Briciks

Wir trafen uns um 13.15 Uhr um Impressionen zu sammeln, die uns, 36 an der Zahl, reichlich gegönnt wurden: Ein schweres Unwetter verkürzte eindrucksvoll mit Blitz, Donner und himmlischem Wasserfall die Wartezeit. Der Bus(fahrer) hatte zudem Schwierigkeiten, uns zu finden. Dennoch kam er mit uns pünktlich an der Bundeskunsthalle in Bonn an.

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Dort wurden wir, sorgsam zweigeteilt, von Herrn Ditzel und Frau Dr. Schmid kompetent durch die Ausstellung geleitet: Ein langes, reiches Künstlerleben tat sich in Dokumentation (Fotowand) und noch mehr in Max Liebermanns Bildern auf, die von frühen, im Kaiserreich als unwürdig erachteten Themen der Arbeitswelt (Weber, Landleute) und der kleinen Leute (Gartenwirtschaft) zu damals eher als spröde, heute vielmehr als genial bezeichneten Porträts reichten. Die Sorgfalt in der Arbeit spricht Liebermann als Patient Sauerbruchs, dem das Porträtsitzen lästig wurde, so zutreffend aus: „Wenn Sie (Sauerbruch) einen Fehler machen, deckt das am anderen Tag der Rasen zu, wenn ich (Liebermann) einen Fehler mache, sieht man den 100 Jahre an der Wand!“1) – Dazu die Gruppe der Strand- und mehrmals die Gartenbilder (aus seinem Haus am Wannsee), die alle zusammen den Weg von Farbe und Licht, aber auch Kompositionen hin zur Vereinfachung beschreiten und den Weg des bedeutendsten deutschen Impressionisten aufzeigen.

Die Dramaturgie des Himmels ereilte uns auch vor Ort, als wir auf das Dach zu „Liebermanns Garten“ wollten, der erst einmal wegen Unwetter für Besucher gesperrt war (!).

Wir erhielten alle Regencapes, die Gruppe Ditzel in Gelb, die andere in tiefem (Lippenstift)Rot. So konnten sich die Mitglieder der Societät der Farbenpracht des Meisters auf dem Dachgarten perfekt anpassen.

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Nach gebührender Wartezeit erlaubte uns die Welt von oben dann doch in entsprechender Schutzgewandung die Besichtigung, die uns zwischen engen Beeten durch eine wunderschöne Gartenlandschaft mit Birken, kleinen Buchsbaumhecken, den neuen, in den Farben dennoch „richtigen“ Rosensorten Amadeus und Home And Garden führte (die historischen Sorten existierten nicht mehr), daneben Fetthennen, Margeriten, Lupinen, Löwenmäulchen und noch und noch und alles in „Liebermanns Farben“ und mit vielen Pfützen auf den Wegen garniert – ein verkleinertes Ensemble, wie wir es vorher auf den Gemälden sahen.

Die himmlische Erschöpfung für dramaturgische Zwischeneinlagen bescherte uns dann eine ruhige Rückfahrt mit pünktlicher Ankunft. Gut gerüstet waren wir sowieso für unterwegs: die Fa. Borgards hatte uns alle gründlich und gut mit Picknicktüten versorgt. So gingen wir nicht nur mit Augenschmaus gesättigt in das Wochenende.

1) Zitat  aus der Erinnerung

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